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  • 31. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Vielleicht beginnt Selbstliebe dort, wo du aufhörst, gegen dich zu leben.


Es gab Momente in meinem Leben, die mich wachgerüttelt haben.

Der Moment, von dem ich dachte, es wäre der letzte.

Mit 16 dachte ich, mein Leben wäre vorbei.

Ein schwerer Autounfall. Wir haben uns mehrfach überschlagen. Und ich weiß noch, dass Bilder meines Lebens an mir vorbeigezogen sind.

Ich dachte: Das war’s jetzt.

Ein unbekannter Mann zog mich damals aus dem Auto, lehnte mich an die Seite des Wagens. Und so schnell er da war, war er wieder verschwunden.

Wir haben ihn nie gefunden.

Wochen später sagte die Polizei zu mir, dass ich diesen Unfall wahrscheinlich nur überlebt habe, weil ich nicht angeschnallt war.

Und vielleicht begann genau dort etwas in mir, sich zu verändern. Nicht laut. Nicht sofort sichtbar. Aber tief innen.

Heute glaube ich, dass manche Momente unser Leben viel stärker verändern, als wir in diesem Augenblick überhaupt verstehen können.

Und rückblickend war das nicht der erste Moment in meinem Leben.

Da war dieser schwere Spiegelschrank, der mich als Kleinkind beinahe erschlagen hätte. Ein Absturz in den Bergen, den mein Vater im letzten Moment verhindert hat. Eine Maurerkelle, die mir als Kind mitten in den Kopf schlug.

Immer wieder diese Momente, in denen plötzlich alles ganz still wurde.

Und vielleicht fragt man sich irgendwann:Was machen all diese Erfahrungen mit einem Menschen?

Mit dem Nervensystem. Mit dem Vertrauen ins Leben. Mit dem Gefühl von Sicherheit.

Ich glaube heute, der Körper erinnert sich an viel mehr, als wir bewusst greifen können.

Wenn das Leben beginnt, Fragen zu stellen.

Vielleicht kennst du das selbst.

Nicht unbedingt durch einen Unfall.

Manchmal reicht ein einziger Satz. Eine Trennung. Ein Mensch. Ein Verlust. Ein Moment, nach dem du spürst:So wie bisher geht es nicht mehr weiter.

Und trotzdem machen viele genau das.

Weiter.

Funktionieren. Sich anpassen. Sich selbst immer wieder erklären, warum alles schon irgendwie passt.

Ich habe das auch getan.

Und gleichzeitig war da schon mit 16 dieser Wunsch, wegzugehen. Raus.

Ich wollte leben. Nicht nur funktionieren.

Ich wollte verstehen: Warum bin ich hier? Was ist mein Leben? Es muss mehr geben als dieses kleine, eingeschränkte Lebensmodell.

Warum wirken manche Menschen innerlich frei und andere, obwohl scheinbar alles da ist, nicht?

Vielleicht bin ich deshalb so viele Jahre gereist.

Griechenland. Ägypten. Italien. Karibik. Nordeuropa. Mittelmeerraum. Indien. Bali. Kambodscha. Sri Lanka.

Aber heute glaube ich, dass ich eigentlich nie nach Orten gesucht habe.

Ich habe nach einem Gefühl gesucht.

Nach mir.

Ich wollte verstehen, warum Menschen mit so wenig Besitz manchmal glücklicher wirken als Menschen, die vermeintlich alles haben.

Die Reise zu mir

Und irgendwann stand ich in Indien, am Rand des Himalayagebirges, in einem Ashram, mit völlig fremden Menschen, unbekannten Gerüchen und fragwürdigen Ritualen.

Und plötzlich saß ich da, als würde mir das Leben sagen:

Jetzt hörst du endlich mal wirklich hin.

Das Studium der heiligen Bhagavad Gita berührte mich tief. Es schien mir, als würde dort jemand aus meinem eigenen Leben vorlesen.

Das Atmen hat mich überfordert. Meditation „Was soll ich hier machen?“ „Nichts“, antwortete man mir.

Stille. Sitzen. Stunden.

Und gleichzeitig wusste ich: Hier passiert gerade etwas.

Nicht im Außen.

In mir.

Später kam Bali. Noch mehr Begegnungen. Noch mehr Spiegel.

Und irgendwann sagte dort ein balinesischer Heiler zu mir: „Stop doubting yourself.“ Hör auf, dich selbst klein zu halten. Dieser Satz hat gesessen. Tränen. Und lange war es schwer.

Denn egal wie viel ich aufgebaut hatte, wie viele Menschen ich angeleitet habe, wie erfolgreich manches von außen wirkte, ich hatte mich selbst immer wieder verlassen.

Bis mein Körper irgendwann nicht mehr mitgemacht hat.

Burnout fühlt sich nicht immer laut an. Manchmal fühlt es sich einfach nur an, als würde man sich selbst verlieren.

Und vielleicht begann genau dort meine wirkliche Reise.

Nicht die Reise durch Länder. Sondern die Reise zurück zu mir.

Selbstliebe ist für mich kein Konzept mehr

Heute - Mai 2026 - sitze ich hier in Vilsbiburg, spreche all das in eine Audioaufnahme und merke:

Es schließt sich ein Kreis.

Und gleichzeitig beginnt etwas völlig Neues.

Gestern sagte eine Yogateilnehmerin zu mir:

„Du strahlst so. Bist du verliebt?“

Und ich habe gelächelt und gesagt: „Ja. In mich selbst.“

Aber nicht egoistisch. Nicht überheblich.

Sondern in einer tiefen Selbstliebe, nach der ich wahrscheinlich die letzten 26 Jahre gesucht habe.

Und deshalb kann ich heute sagen: Selbstliebe ist für mich kein Konzept mehr.

Ich lebe sie.

Nicht perfekt. Nicht jeden Tag gleich. Aber ehrlich. Jeden Tag neu suchend. Neu findend. Neu verstehend.

Und vielleicht musste ich all das erleben, durch all diese Länder gehen, durch Beziehungen, durch Zweifel, durch Verlust, durch Erfolg, durch Weglaufen, durch Neubeginn, um genau hier anzukommen.

Seit Juli 2025 bis heute, Mai 2026, ist hier in Vilsbiburg etwas in mir passiert, das ich kaum in Worte fassen kann. Vielleicht brauchte es diese eine Augenblick-Begegnung mit einem einzigen Mann im Fitnessstudio, worin ich die größte Selbstliebe zu mir selbst klarer verstehen konnte, damit sich dieser Kreis jetzt schließt.

Mehr Ruhe. Mehr Wahrheit. Ich.

Vielleicht ist genau das Freiheit

Und vielleicht ist genau das das Schönste, was ein Mensch irgendwann über sich sagen kann:

Ich muss mich nicht mehr verstecken.

Nicht vor dem Leben. Nicht vor anderen. Und nicht mehr vor mir selbst.

 

… und ja, ich gehe weiter.

Und ich weiß nicht, ob es ein Wiederkommen geben wird. Ich danke allen Menschen, die sich mit mir verbunden haben. Auf der Yogamatte. In einer Atemliebe-Ausbildung. In einem Retreat. In einem Selbstliebe-Mentoring.

Neuen und altbekannten Freunden. Begegnungen, die Spuren hinterlassen haben.

Danke für alles, was ihr mitgetragen habt.

love Andrea

 
 
 

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